Warum nur?!

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Freitag, 27. September 2013

Tischkonflikte: Review - Strange Aeons

Artikel von Sebastian Kubat

Tabletop-Skirmisher Strange Aeons

Horror angelehnt an Lovecrafts Werke.


Heute stelle ich euch im ersten Artikel und Review von "Tischkonflikte" etwas sehr exotisches vor: Strange Aeons. Es ist eine Art Tabletop-Skirmisher welcher theoretisch im Lovecraft-Universum spielt, aber in der Praxis alternative Namen verwendet. Was aber der Atmosphäre nichts abtut, denn in der Regel spielt man es dann einfach mit den richtigen Namen und Orten, da dieses Spiel sich ansonsten sehr Lovecraft-nah gibt.

Es ist ein D6-System welches auf den ersten Blick stark an Nekromunda und co angelehnt ist, vor allem das die Helden nach und nach Aufsteigen können und man seine Truppe nach eigenem Gusto zusammenstellen kann. Die Regeln sind an sich sehr einfach gehalten, dies ist zwar für den Spielfluss sehr gut, jedoch fehlt hin und wieder ein wenig Regelfinesse, denn gerade der Nahkampf kann sehr langweilig werden. Es wird mit ganz normalen 25-28mm Figuren gespielt.

Die Grundwerte eines Charakters besteht aus (ich übersetze das mal):

Bewegung
Die Bewegungsreichweite eines Charakters in Zoll.

Geschicklichkeit
Dieser Wert gibt die Treffergenauigkeit an.

Konstitution
Gibt die Widerstandskraft des Modells wieder

Attacken
Angriffswürfel im Nahkampf

Wunden
Gibt an, wie oft ein Charakter konsequenzenlos verwundet werden kann

Entschlossenheit
Gibt prinzipiell Tapferkeit und Magiekenntnisse an.


Die Werte kauft man sich dann für seine Startgruppe zusammen und rüstet die Charaktere dann noch weiter mit Waffen und/oder Panzerung auf. Nun ist man jedoch bis zum Ende der Kampagne mit dieser Truppe unterwegs und hat bis auf das Steigern von Attributen und dem erlernen von Fähigkeiten keine Möglichkeit seine Charaktere aufzustocken. Das bedeutet eine clevere Waffenwahl ist recht wichtig um nicht vorschnell ins Gras zu beißen.
Der Gegner jedoch kann anhand der Punktzahl der Investigativen festmachen wie stark die Gegnergruppe ausfällt und kann diese Individuell an die Situation und  das Szenario anpassen (das sollte er auch tun!). Außerdem übernimmt er die Rolle des Spielleiters, er Plant und führt die Kampagne aus, also auch ähnlich wie in einem "Pen-and-Paper-RPG".

Verwundungen im Kampf führen auch nicht gleich zum ableben des Charakters wie in den meisten anderen Tabletop-Spielen, hier gibt man sich auch recht Rollenspielnah und man würfelt auf einer Verletzungstabelle was passiert, von einfachem hinfallen bis zum grausamen Tod kann einiges passieren. Auch kann man Wahnsinnig werden, denn für den Geisteszustand gibt es eine ähnliche Tabelle.

Wenn ein Charakter ein Szenario der Kampagne überlebt, erhält dieser einen Fähigkeitenpunkt, den er auch anwenden darf indem er ein Attribut erhöht oder eine Fähigkeit wählt (wobei die Fähigkeiten meist keine Nennenswerte Verbesserung bringt und das steigen von Attributen einen weit größeren Vorteil bringt), aber wie erwähnt, Ausrüstung wird nur Kampagnen abhängig gefunden oder man wartet bis zum Ende des ganzen.

Eine Spielrunde dauert dann etwa 30min. und bringt mit einer guten Geschichte sehr viel Spaß! Das ganze System begünstigt stark RPG-Elemente um der Szenerie Leben einzuhauchen, dies ist meiner Meinung nach auch der eigentliche Reiz des Spiels und sollte voll ausgekostet werden. Es wandelt auf einem schmalen Grad von Rollenspiel und kompetitivem Tabletop und bedient sich da an sehr guten Kompromisslösungen. Wobei leichte Regelschwächen doch zu erkennen sind, den Spielspaß aber kaum schmälern. 

Nachteil dieses Systems, man benötigt Unmengen an Kampagnennahen Geländestücken und Charakteren, dies macht die Vorbereitungszeit und Anschaffungskosten für den Beginn recht hoch, da man alles individuell anpassen muss. Außer man ignoriert dies einfach, aber dann würde es meiner Meinung nach keinen Sinn machen solch ein Spiel zu spielen und die Atmosphäre komplett killen. Auch gibt es nur das Regelwerk und Erweiterungen von "Strange Aeons" zu kaufen, die Figuren selbst sammelt man sich halt von anderen Herstellern zusammen wie zB. bei Gruntz auch. Aber da es gerade ja eine Cthulhu-Schwemme auf dem Miniaturenmarkt gibt dürfte dies kein Problem darstellen.

Ein Testspiel könnt ihr übrigens mit diesem PDF spielen.


Ich gebe dem Spiel, gerade für seine Kurzweiligkeit 4 von 5 Sternen. Leichte Regelschwächen lassen sich jedoch nicht kaschieren. Für Lovecraft-Fans und Freunde von Kampagnen mit dichter Atmosphäre jedoch sehr zu empfehlen!




PS: die Tage folgt noch ein Spielbericht von der ersten Kampagne. Freut euch gefälligst drauf!

Dienstag, 24. September 2013

Random Thoughts: Cthulhu, Kleber und Bundestagswahl

Artikel von Sebastian Kubat

Heute ich mal wieder

aber damit könnt ihr doch bestimmt leben

Heute steigen wir mal ein mit einem meiner liebsten Mythen, dem Cthulhu-Mythos. Bin vor etwa 11-12 Jahren drauf gestoßen und zwar durch das Pen'n'Paper Rollenspiel. War sofort fasziniert und gefesselt von seinen Geschichten und hab seit dem auch so gut wie alles gehört oder gelesen was es von H.P.Lovecraft gibt.
Ich hatte sogar schon eher Kontakt mit dem Mythos und zwar hat das Rollenspiel Kult selbst einige Berührungspunkte, auch wenn die eher marginal waren aber man kann es ja mal erwähnen ;). Damit will ich nun nicht unterstreichen was für ein großer Hipster ich bin, da ich ja schon Fan des Mythos war bevor er "cool" wurde. Nein damit möchte ich nur klar stellen, ich weiß wovon ich rede!

Ich lese auch gerne Storys die angelehnt sind oder auch nur Anleihen an den Mythos rund um Lovecrafts werken haben. Das finde ich gut, das erweitert und verdichtet die an sich ziemlich freie Welt. Jedoch nimmt das langsam Ausmaße an:


Es geht nicht mehr um den Mythos selbst, es geht häufig nur noch darum den "Fanboys" das Geld aus der Tasche zu ziehen. Das ist zumindest meine Beobachtung gerade die Entwicklung der letzten zwei Jahre machen mich da stutzig. Wo ich aber noch zugeben muss, es gibt auch natürlich gute Produkte auf dem Markt und es werden auch noch weitere erscheinen. Jedoch nimmt die Zahl der Produkte mit offensichtlicher Mythos-Vergewaltigung zu! 

Schuld an der miesere auch daran die Tatsache das der gute Lovecraft nun schon so lange tot ist. Das wiederum bedeutet das es an sich keine Copyright mehr gibt. Die Werke sind nun der Allgemeinheit zugänglich und dürfen von jedem verlegt werden. Die einzige Einschränkung gibt es wohl im Spielesegment, denn da hat sich meines Wissens nach Chaosium einige Rechte gesichert und kontrolliert das auch. Aber wo der Name Cthulhu und co nicht direkt fällt kann Chaosium auch nichts machen. Das mündet dann in Cthulhoide-Footballspieler und Artverwandte Rassen in sonstigen Tabletop-spielen die einen scheiß auf den eigentlichen Mythos geben und nur die "Fanboys" bedienen wollen um kasse zu machen. Finde ich Scheiße!

Diese Negativbeispiele lassen sich gerade häufig in Kickstarter-Projekten finden und ich wünsche mir das die alle Floppen :D ich bin fies ich weiß! So darüber wollte ich mich mal auslassen...

Kleber der Fluch des ungeduldigen

Ich muss sagen, es gibt richtig schlechte Kleber und passable Kleber. Ich habe bisher in meinen 15J Tabletop-Geschichte noch keinen Kleber gefunden der in jeder Situation wirklich töfte ist. Eher im Gegenteil, je älter ich werde des mehr Kleber lerne ich kennen die ich am liebsten dem Parkplatzgott als Blutopfer darbringen möchte (dem einzig wahren Gott!). Außerdem, warum entwickelt man einen Kleber der besser Finger als Metall/Resin klebt?

Ich vermute es sitzen in irgendwelchen schlecht belichteten und belüfteten Labors kichernde Chemikanten die sich über die Probanden lustig machen wenn die was versuchen zusammen zu kleben. Die haben da eine diabolische Freude dran! (zumindest in meiner Fantasie)  Denn ganz ehrlich, wie kann jemand noch normal sein der den ganzen Tag Lösungsmittel einatmen muss.


Den Todfeind des Bastlers habe ich übrigens ausgemacht, Senor "Gale Force Nine"! Klebt schlecht, lässt sich furchtbar auftragen, klebt permanent zu und schmeckt scheiße! Aber irgendwie kaufe ich ihn immer wieder! :D Vermutlich eine Art von Masochismus... wer weiß, wer weiß!

Nun noch ein kurzes Wort zur Bundestagswahl

Bin leider etwas enttäuscht, dachte in Deutschland würde man mal wieder etwas sozialer werden nach erreichen eines stabilen Haushaltes... Aber wenigstens ist die FDP weg, schon mal ein Anfang. Vielleicht sollten wir eine Tabletop-Partei gründen? Das werde ich nun mit meinem Einhorn bei einem süffigen Glas Himbeerbrause ausdiskutieren gehen.

Auf dann wertes Volk!