Freitag, 21. Juni 2013

Dilettantenmalen: Der Elefant in Farbe!

Artikel von Sebastian Kubat

Ein Dickhäuter mit Gefühlen

und Panzerzerstörer

Beginnen möchte ich wieder mit einer kleinen Geschichtsstunde um euch den Panzer zu erklären.

Der Elefant (Sd.Kfz. 184) ist im Prinzip das Abfallprodukts eines Tigerprototypen von Porsche (Tiger (P)). Da die Henschel-Variante des Tigers bevorzugt wurde waren die nun etwa 100 fertigen und im Bau befindlichen Tiger P obsolet.
So entschied sich das Oberkommando 1942 den schweren Panzer zu einem schweren Jagdpanzer mit einer langen 8,8er umzubauen.
So entstand Mai 1943 der Ferdinand. Wenn ihr nun verwundert seid warum Ferdinand und nicht Elefant sei gesagt, der Ferdinand ist nur die Vorgängerversion des Elefanten. Denn auf Grund von technischen Mängeln und schlechten Selbstschutz wurden die verbliebenen Ferdinands nach der Schlacht von Kursk zurückgerufen um nachgerüstet und umbenannt zu werden (zB. div. verbesserungen des Antriebs oder einer Nachrüstung mit einem MG 34 in der Frontpanzerung). Die Modernisierung lief von Oktober 1943 bis Anfang 1944. Ab diesem Moment wurde schwere Panzerzerstörer auch nur noch defensiv eingesetzt da in der offensiven Verwendung mangels Geschwindigkeit (gerade mal 10-20km/h), Maneuvrierbarkeit und Turm zu große Verlustzahlen zu verzeichnen waren. Die 8,8cm L71 des Elefanten leistete aber sehr gute Dienste bei der Abwehr von feindlichen Panzern und Fahrzeugen. Meiner Meinung nach wog das Aber nicht den extremen Spritdurst und die schwierige Instantsetzung des Panzerjägers auf (7L pro km!!!)

Das L71 steht übrigens für die Kaliberlänge der Kanone, mit Hilfe dieser Zahl kann man die länge des Rohrs berechnen. Dafür nimmt man den Durchmesser der Granate (in diesem Fall 88mm) und rechnet diesen Wert mal der Kaliberlänge. So kommen wir übrigens auf eine Rohrlänge von 6428mm (6,428m).


Gekauft habe ich die Modelle als "Souvenir", denn ich war vor kurzem in Berlin und  wollte mir mal das Battlefield-Berlin anschauen. Denn ich habe ein so tristes Leben, dass ich mir so was in der Hauptstadt dann anschauen muss ;) Nur Spaß, war schon häufig in der Hauptstadt und es war einfach mal an der Reihe.

Die Elefanten im Blister
Die Miniatur von Battlefront war leider diesmal sehr enttäuschend von der Qualität. Stark verschobene Flächen, welche dicke Gussgrate zu Folge hatten, oder das Resin was an manchen stellen wohl blasen warf und nun aussah wie'n Teenie nach starker Akne. Hätte ich die Dinger bei meinem Karsten gekauft, hätte ich die Minis wieder umgetauscht, aber mangels Motivation mich dann mit Berlin auseinander zu setzen schluckte ich dann einfach die Pille und kratzte und schabte ich fleißig am Panzer herum. Da ich bei meiner Freundin kein Greenstuff zur Hand hatte konnte ich leider die Löcher des Blasenwurfs nicht kitten, was aber im Endeffekt der Optik nicht schadet.

Unboxed

Der Zusammenbau stellte sich auch als schwieriger heraus als Gedacht bei gerade mal 6-7 Teilen. Der Stift des Rohrs für die Wanne war 1 zu lang und zweitens bei einer Mini das Loch für den Stift leider zu. Dort musste ich den Stift ganz entfernen und nun wackelt die Knarre doch etwas herum, muss das wohl noch nachträglich Stiften und ausbohren. Die Kommandantenluke habe ich geteilt um die Öffnung zu simulieren. Ansonsten war alles recht Passgenau.

zusammengebaute Elefanten

Grundiert habe ich die sanftmütigen Dickhäuter wieder mit "German Armor"-Grundierungsspray von Army-Painter im Dunkelgelb-Farbton. Kann das Zeug wirklich empfehlen, hält sehr gut und der Farbton ist echt gut. Alternativ könnt ihr es halt mit "Middlestone" von Vallejo anmalen.


grundiert und bereit zum bemalt werden
Im nächsten Schritt habe ich die Ketten wieder mit "Stonewall Grey" angemalt um den Ketten später wieder meine Art der Abnutzung auf zu malen. Diesmal gab es keine Wirkliches Auspuffrohr oder so zu berücksichtigen.

zusätzlich grundierte Ketten
Daraufhin habe ich Querstreifen mit "Chocolate Brown" von vorne links nach hinten rechts gezogen. Ich war nicht allzu genau oder Detailverliebt, da die Jagdpanzer erstens nicht Fabrik lackiert aussehen sollen und zweitens es auch später eh nicht mehr im Detail zu erkennen sein wird. Daraufhin habe ich mit "Emerald Green" synchron zu den braunen Streifen grüne aufgetragen.  Dies ist halt mein übliches Tarnschema für's Late-war. Hat keinen Historischen Bezug, fand ich nur cool :P
 
braune Tarnstreifen...

...und nun mit grünen
Jetzt war es an der Zeit mir meiner Lieblingsfarbe, dem "Smokey Ink" zu hantieren. Ich liebe es so sehr damit zu malen wie scheinbar Affen im Zoo mit Scheiße werfen! Ich glaube ich mache dabei auch die gleichen Geräusche... Ugh Ugh!
Die Farbe habe ich noch 1:1 mit Wasser etwas verdünnt und dann großzügig auf die Ketten aufgetragen. An den Muttern, Schweißnarben und sonstigen Kanten und Ecken habe ich noch ein weiter verdünntes (nun etwa 1:2-1:3) "Smokey Ink" aufgemalt um wieder mal ersten Rost zu simulieren. Was jetzt noch sehr grob und dilettantisch aussieht, relativiert sich aber nach weiterem washen und passt sich sehr gut dem Gesamtbild an.

Ugh.... smokey ink!
Nun wurde es Zeit mein Grau-Braun-Gemisch anzurühren und zu verdünnen. Dafür habe ich "German-Armor-Grey" und "Chocolate Brown" etwa 1:1 gemischt um dann etwa 1:8 mit Wasser zu verdünnen. Dieses "ink" habe ich dann großzügig auf dem gesamten Panzer verteilt und an Kannten und Ecken dicker stehen gelassen, um ersten Schatten zu simulieren.

wash mit grau-braun
Nun müssen wir eine Ebene tiefer!
Schwarz und Braun habe ich nun etwa 2:1 vermischt und wieder 1:8 mit Wasser verdünnt um die Schattigen Plätzchen damit ein zu färben. Dies bringt wieder mehr tiefe und gibt dem ganzen mehr Plastik.

waschi-waschi

Nach kurzer Trocknungszeit (in der Wohnung war es heißer als in 'ner Gelsenkirchener Stahlgießerei!) habe ich in zwei Stufen trocken Gebürstet, einmal mit einem aufgehelltem "Middlestone" und einmal hauchdünn Stencil. So habe ich alle Ecken weiter herausgearbeitet und Decals an die Seitenwände und Front angebracht.

zweimal gebürstet

Im Endspurt kam dann die Detailarbeit. Der Chef wurde schlicht und einfach angemalt (ich hatte keine Lust mehr!), das Rohr bekam seine verdienten Benutzungsspuren und die Ketten wurden großzügig mit Pigmenten (Burnt Sienna) eingepudert. Auch habe ich noch kleinere Detailverbesserungen an bestimmten meiner Meinung nach zu Korrigierenden Flächen vorgenommen.

Detailarbeit an den Elefanten

Zu allerletzt habe ich noch etwas Klarlack aufgesprüht, warum das finale Foto auch etwas "glänzend" wirkt. Der Effekt lies aber nach etwa 'ner Stunde Aushärtung nach und nun isses wieder hübsch matt.

Eingesprüht und fertig für die Fashionweek

Ich hoffe es hat euch gut gefallen und bis zum nächsten mal, werde nun meine Hände kühlen und verbinden!

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